Ariane Grünler
Relationship Spirit

Trennung – das Ende eines Mythos

Es gibt eine Menge Gründe, die uns in einer Beziehung/Ehe/Partnerschaft festhalten. Der Gedanke, sich zu trennen hat irgendwie etwas von „aufgeben“ oder „scheitern“. Viele Paare „kämpfen“ regelrecht um ihre Beziehung, und bekanntlich hält Kampf ja die Dinge dort fest, wo sie sind.

Das Resultat sind oft monotone, fade, lasche, flache und ermüdende Beziehungen, die maximal im Streit noch ein paar Emotionen aufflackern lassen.

Was ist so schlimm daran, sich zu trennen?

Um in einer gesunden Weise über das Beenden einer Beziehung/Ehe/Partnerschaft zu sprechen, dürfen wir erstmal verstehen, warum das Wort Trennung uns so viel Angst macht.

Angst vor Trennung ist zunächst einmal eine archaische Erinnerung daran, dass die Trennung von  der „Sippe“ oft unserem Todesurteil gleichkam…und zwar in Zeiten in denen Mensch noch in Höhlen lebte und das Verlassen des Sippenfeuers oder das Nahen des Säbelzahntigers eine reale Gefahr darstellte.

Der weitere Grund, warum wir Angst vor einer Trennung haben, ist, dass unser Verständnis von Beziehung/Ehe/Partnerschaft einem fatalen Irrtum unterliegt.

Die allgemeine und auch gesellschaftlich konditionierte Vorstellung rund um Beziehung, Ehe und Partnerschaft ist, dass sie für ewig halten soll.

Dabei wird vollkommen außen vor gelassen, dass oftmals

  • beide Menschen unglücklich sind
  • sie nicht miteinander sprechen oder
  • sie sich gegenseitig die größten Lügen auftischen
  • es null Wachstumspotential (emotional und spirituell) für beide gibt
  • beide Partner somit ihr Recht auf Leben in Erfüllung und Freude zu Grabe tragen

Nichts von all dem schenkt man offensichtlich Beachtung, wenn man den gesellschaftlichen Anforderungen gemäß sein Leben miteinander verbringt. Aus gesellschaftlicher Sicht ist das Einzige, was eine so genannte „erfolgreiche“ Beziehung/Ehe/Partnerschaft ausmacht Dauer und Langlebigkeit – also eine Trennung somit um jeden Preis zu vermeiden ist.

Von solch einer Definition von Beziehung/Ehe/Partnerschaft beeinflusst, sehen wir  eine Trennung offensichtlich als ein Scheitern an. Es zeigt an, dass man es „nicht geschafft“ hat oder dass es ein „Fehlschlag“ oder ein „Misserfolg“ war. Schuld und Scham sind hier meistens die Folge.

 

Geprägt von dieser vollkommen irrationalen Vorstellung ist es kein Wunder, dass wir das, was wir längst tief in unserem Innersten spüren, dem Irrglauben an Beharrlichkeit, Durchhaltevermögen und Langlebigkeit unterordnen, anstatt uns für eine Trennung auf gesunde, friedvolle und heilsame Weise zu öffnen.

Interpretieren wir stattdessen erfolgreiche Beziehungen/Ehe/Partnerschaft nicht länger als eine unbedingt für alle Zeiten andauernde Institution, können wir neue Maßstäbe setzen und die Sinnhaftigkeit von Beziehungen neu definieren, z.B. ob es in dieser Beziehung ein Feld gibt für

  • persönlichen Wachstum
  • Authentizität und Echtheit
  • Freiheit

Sollte sich hier im Laufe der Jahre oder gar Jahrzehnte nur ein staubiger Acker zeigen, statt fruchtbarer Boden, ist es vollkommen legitim, zumindest eine Pause in Beziehung/Ehe/Partnerschaft einzulegen, oder sie zu beenden!

Was uns hiervon oft abhält, ist die Angst vor Veränderungen. Wir haben eine solche Angst vor dem Unbekannten, oder vor der Einsamkeit dass wir eine Trennung zu etwas gemacht haben, das gesellschaftlich keinen besonders guten Ruf hat und eher als ein Makel gilt.

Sobald wir uns darüber bewusst sind, können wir uns mehr und mehr für eine andere Sichtweise öffnen:

  • Eine Trennung ist einfach das Ende einer Phase.
  • Es ist einfach der Abschied von Gewohnheit und Abhängigkeit.
  • Es ist vielleicht ein mutiges „ja“ zu mehr Echtheit.
  • Es ist vielleicht ein mutiges „ja“ zu uns selbst.
  • Es ist auch die Trennung von der Vorstellung, wie etwas zu sein hat.

 

Eine Trennung von Altem ist eine positive Sache

Und doch sind wir so verunsichert, weil wir noch in den kulturellen Bedingungen rund um Beziehungen/Ehe/Partnerschaft verankert sind, besonders wenn es um die Kinder geht.

Um mit den Kindern über Trennung zu sprechen, dürfen wir zuerst wirklich ganz tief in unsere überholten Glaubensmuster über Beziehungen/Ehe/Partnerschaft eintauchen.

Sind wir hiermit im tiefen Frieden fällt es uns sehr viel leichter, unseren Kindern vorzuleben, um was es bei einer Beziehung/Ehe/Partnerschaft wirklich geht:         

Wachstum

 

Wir tun es für die Kinder? Wir tun es für die Kinder!

Wenn Wachstum in einer Beziehung/Ehe/Partnerschaft nicht oder nicht mehr vorhanden ist, ist es in meinen Augen unsere Pflicht, besonders unseren Kindern gegenüber, die Beziehung/Ehe/Partnerschaft zu lösen, denn wir alle wollen für unsere Kinder Leitbilder sein. Hier können wir ihnen eine zeitgemäße und eigenverantwortliche Beziehungsebene vorleben, statt sie weiter mit einer dogmatischen Ideologie zu füttern, die auf einem Mythos beruht.

Wenn wir die Trennung unseren Kindern mit einem Gefühl des Friedens, der Freiheit und dem Wissen um Vollendung kommunizieren und vorleben, verstehen auch sie, dass eine Trennung oder Scheidung nur das Ende eines Zyklus ist.

Zyklen in der Natur ändern sich ständig. Würden sie dies nicht tun, würde nichts Neues entstehen, auch unser Universum würde nicht existieren.

Eine Trennung ist also lediglich die Vollendung eines weiteren Zyklus. Können wir das so sehen, werden auch unsere Kinder diese Botschaft aufnehmen und verstehen.

Das größte Geschenk, das wir unseren Kindern hier machen können ist, uns aus dem Innersten befreit, erblühend und glücklich zu zeigen, im Wissen, dass wir gerade einen Zyklus abgeschlossen haben. Dann werden auch unsere Kinder nicht unter einer Trennung leiden, sondern eine wichtige und – in meinen Augen – notwendige Lektion für ihr zukünftiges Beziehungsleben erfahren.

Übrigens sehe ich mich keinesfalls als Beziehungsexpertin. Allerdings ist es mir eine Herzensangelegenheit, die Menschen in ihrem Wachstum zu unterstützen. Falls Du Dich mit Deinem Thema in diesem Text wiederfindest, nimm gerne Kontakt zu mir auf. Möglicherweise kann ich Dir noch ein paar weitere Impulse geben.

 

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